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Die Akteure der TGV Dürrenzimmern sind die Könige der Relegation, zumindest was die vergangenen beiden Spielzeiten betrifft. 2018 in drei Entscheidungsspielen aufgestiegen, jubelten die Zabergäuer nun in zwei Spielen über den Klassenerhalt. Fünf Relegations-Begegnungen gewonnen und das ohne Gegentor: "Respekt, das ist Qualität, die muss man anerkennen", gratulierte Timo Weber, Trainer des mit 0:1 unterlegenen A1-Vizemeisters SGM Erlenbach/Binswangen, dem Gegner.

Auch wenn das entscheidende Tor in der 26. Minute mehr als umstritten war. Nach einem Eckball herrschte im Fünfmeterraum der SGM ein Mega-Getümmel. Die Szene war völlig unübersichtlich, und plötzlich zappelte der Ball im Erlenbacher Netz.

Foul oder kein Foul?

"Ich lag am Boden und hatte die Hände am Ball, der mir dann aus den Fingern gedrückt wurde", schilderte SGM-Keeper Marco Kühnle die alles entscheidende Szene als Foul. Torschütze Sebastian Kohler zuckte mit den Schultern und erzählte: "Ich bin weggeschoben worden und habe im Fallen den Ball mit der linken Hacke ins Tor befördert. Von mir war es kein Foul."

Die SGM sorgte vor 900 Zuschauern bereits in der 1. Minute für Gefahr. Aus spitzem Winkel zielte Marcel Karle jedoch von rechts knapp am hinteren Pfosten vorbei. Wenig später war es ein Schuss von Marko Schneider, der den Erlenbacher Keeper vor keine Probleme stellte (5. Minute). Danach passierte lange Zeit nicht viel, hüben wie drüben standen die Abwehrreihen sicher. Bis zur 26. Minute mit der umstrittenen Führung für den TGV.

Bis zur Pause versuchte die SGM Erlenbach/Binswangen vergeblich, sich vor dem gegnerischen Strafraum erfolgreich in Szene zu setzen. Drei Flanken sorgten für brisante Szenen, in denen dem A1-Vizemeister jedoch das nötige Glück fehlte. In der 45. Minute war es TGV-Schussmann Quendrim Avdyli, der einen Schuss von Julian Sigmann mit einer Glanzparade zur Ecke lenkte.

Die Anfangsphase der zweiten Halbzeit gehörte zunächst dem Bezirksliga-Zwölften aus dem Zabergäu. Nach einer Ecke zog Valentin Wager ab, doch Kühnle parierte (48.). Dann war es Erlenbachs Marcel Karle, der sich gleich gegen drei Gegner durchsetzte, sein Schuss aus 20 Metern landete auf der Latte.

Kompromisslos verteidigende TGV-Abwehr

In der Folgezeit entwickelte sich ein Spiel ohne prickelnde Höhepunkte. Erlenbach/Binswangen bemühte sich, fand gegen eine kompromisslos verteidigende TGV-Abwehr aber kein Durchkommen. Zudem machten sich bei der SGM nach zuletzt kräftezehrenden Energieleistungen Konzentrationsschwächen bemerkbar.

Doch dann lag gleich drei Mal der Ausgleich in der Luft. In der 88. Minute parierte Avdyli einen Kopfball des eingewechselten Marcel Varga. Und in der Nachspielzeit war es eine Fußabwehr des Keepers gegen Robin Ebert, die das 1:1 verhinderte, und ein Kopfball von Varga über die Latte. Am Ende jubelte der TGV Dürrenzimmern, der seinen Platz in der Bezirksliga durch eine clevere Defensivleistung und einen starken Torhüter verteidigte.

Der erste Schritt ist getan. Bei der erstmals in zwei Runden ausgetragenen Relegation der drei A-Liga-Vizemeister und dem ersten Nichtabsteiger der Bezirksliga haben es die SGM Erlenbach/Binswangen und der TGV Dürrenzimmern ins "Endspiel" geschafft. Der A1-Vize fordert den Bezirksliga-Zwölften. Gespielt wird auf dem Sportgelände der TG Böckingen. Anspiel an diesem Samstag ist um 17 Uhr.

"Wir wollen ein weiteres Jahr in der Bezirksliga spielen und werden kämpfen", zeigt TGV-Abteilungsleiter Alexander Hügler nach dem 2:0-Erfolg in der ersten Entscheidungsrunde neue Zuversicht in Sachen Klassenerhalt.

"Es war zwar kein schönes Spiel, aber unsere Abwehr hat das gegen den SC Böckingen hervorragend gemacht. Letztlich heiligt der Zweck die Mittel."

Dürrenzimmern mit altbewährten Mitteln

So wie vor einem Jahr, als die Defensiv-Leistung den Zabergäuern den Weg in Bezirksliga ebnete. Und vorne sorgten Spielertrainer Karim Mahmoud und Sebastian Kohler für die entscheidenden Tore, so wie jetzt gegen den SCB.

Doch Gegner SGM Erlenbach/Binswangen fährt diesen Samstag mit breiter Brust auf das Sportgelände der TG Böckingen, der ehemaligen Heimat des ESV Heilbronn. "Meine Mannschaft hat in den vergangenen Wochen Charakter gezeigt", lobt SGM-Coach Timo Weber. "Wir stehen jetzt vor unserem vierten Endspiel in Folge." Die ersten drei finalen Duelle waren nach dem Drei-Punkte-Anzug die Partien in Flein, gegen Ellhofen und am Mittwoch gegen Stein/Neuenstadt/Kochertürn.

Für Erlenbach und Binswangen gilt: Jetzt erst recht

Die Anhänger der Kicker aus Erlenbach und Binswangen machten im ersten Relegationsspiel mit einem Banner, auf dem zu lesen war, "Jetzt erst recht", deutlich, mit welcher Mentalität ihr Team antritt. Und so stehen sich am frühen Samstagabend kampfbereite Zabergäuer und trotzige Sulmtäler gegenüber.

"Dürrenzimmern hat saisonübergreifend vier Relegationsspiele gewonnen, alle ohne Gegentor. Die Mannschaft hat Qualität, das ist nicht von der Hand zu weisen", zeigt Weber Respekt vor der TGV und erwartet eine enge Begegnung mit wenigen Toren. "Die werden sich gegen uns hinten einmummeln. Zu vielen Chancen werden wir nicht kommen, da zählt beim Abschluss die Effektivität."

Einige Spieler sind angeschlagen

Bei der SGM macht sich jedoch der Kräfteverschleiß nach drei "Sieg-oder-stirb-Spielen" bemerkbar. "Ich habe leider einige Akteure, die muskulär angeschlagen sind, aber wir sind in der Breite gut aufgestellt und bringen eine schlagkräftige Truppe auf den Platz", sagt Weber. Hügler erwartet ein 50:50-Spiel: "Wir haben jetzt ein wenig an Selbstvertrauen hinzu gewonnen, das ist gegen Erlenbach aber auch nötig. Ohne ihren Fauxpas wäre die SGM Meister geworden. Die haben eine sehr starke Runde gespielt."

Den Gegner habe man nicht beobachtet, sagt Hügler. "Wir wollen unser Spiel machen. Hat mein Team einen guten Tag, ist es schwer zu schlagen." Das gilt aber auch für Erlenbach/Binswangen. Die Tagesform muss passen.

Obersulm und Klingenberg fiebern mit der SGM

Die SGM darf sich der größeren Unterstützung der Zuschauer gewiss sein. Setzen sich die Sulmtäler durch, jubeln auch der A1-Vorletzte FC Obersulm und der B1-Vizemeister SSV Klingenberg. Steigt Erlenbach auf, entfällt das für Dienstag in Löwenstein angesetzte Relegationsspiel zwischen diesen Teams. Beide Vereine spielen dann in der Saison 2019/2020 in der Kreisliga A1, um so die Sollzahl von 15 Vereinen zu gewährleisten.

Die ersten Entscheidungen in Sachen Relegation sind gefallen. Für den Bezirksliga-Vizemeister VfL Brackenheim ist der Landesliga-Traum nach nur einer Partie bereits zu Ende. Gegen Croatia Bietigheim zeigten die jungen Brackenheimer beim 1:2 zu wenig. Auch Dürrenzimmern könnte Bezirksligist bleiben. Beim TGV wäre das jedoch eine gute Nachricht.

Die erste Relegationshürde hat der Fünftletzte der vergangenen Saison im Nachsitzen bereits genommen. Mit 2:0 schlugen die Dürrenzimmerner den SC Böckingen. Im Finale wartet nun Erlenbach/Binswangen, das sich gegen Stein/Neuenstadt/Kochertürn nach einem zwischenzeitlichen Durchhänger noch mit 5:2 durchgesetzt hat.

Landesliga

VfL Brackenheim − NK Croatia Bietigheim 1:2 (1:1)

Das war/’/s. Nach nur einem Spiel ist die Relegation zur Landesliga für den VfL Brackenheim beendet. Der Bezirksliga-Vize verlor in Ilsfeld vor rund 380 Zuschauern gegen NK Croatia Bietigheim (Bezirksliga-Zweiter Enz-Murr) mit 1:2 (1:1). "Es war im Gesamten zu wenig. Wir haben zu viele Fehler gemacht", sagte VfL-Trainer Tom Irrgang. "Ich bin etwas sprachlos, weil wir immer sagen, wir machen nach einem Tor weiter." Am Mittwoch war das nicht so. "Aber es ist eine junge Truppe. Wir müssen daraus lernen. Der Druck war heute da, das hat man gemerkt."

Brackenheim bestimmte die erste Viertelstunde. Das 1:0 in der 7. Minute war durchaus verdient. Timo Sigloch kam nach einem Eckball frei zum Kopfball. Noch einigen Minuten setzten die Brackenheimer weitere Akzente. Dann wurden sie passiver. Bietigheim übernahm das Spielgeschehen ohne zunächst zu klaren Möglichkeiten zu kommen. Das 1:1 in der 43. Minute ging aber in Ordnung. Pascal Kobia holte Kresimir Trepsic im Laufduell von den Beinen. Den Foulelfmeter verwandelte Fabijan Kraljevic.

Auch nach dem Seitenwechsel machte Bietigheim Druck. In der 63. Minute durfte sich Trepsic in aller Ruhe den Ball zurecht legen, zog aus 16 Metern ab und der abgefälschte Schluss landete zum 2:1 im Netz.

Bietigheim spielte die Partie danach clever runter. Der VfL schaffte es nicht mehr, Druck zu entwickeln. Vor den Toren tat sich wenig. In der 86. Minute kam der Brackenheimer Louis Meyer zu Abschluss. Sein Kopfball war aber zu harmlos. In der Schlussminute flog ein Flachschuss von Autenrieth noch knapp vorbei. Bietigheim trifft nun auf den TSV Nellmersbach, der Obersontheim mit 5:1 besiegte.

Halbfinale zur Bezirksliga

TGV Dürrenzimmern − SC Böckingen 2:0 (0:0)

Die erste Hürde auf dem Weg zum Bezirksliga-Klassenerhalt hat Dürrenzimmern genommen. In Meimsheim musste sich der TGV aber in einer äußerst zähen Partie mühen. "Es war ähnlich unansehnlich wie das Champions-League-Finale", sagte TGV-Abteilungsleiter Alexander Hügler schmunzelnd: "Die Null muss stehen, das war unsere Devise."

Die Böckinger kamen über die gesamte Partie kaum zu Chancen, auch wenn sie mehr Ballbesitz hatten. Dem TGV reichte hingegen wenig. Sebastian Kohler brachte die Dürrenzimmerner mit dem 1:0 in der 52. Minute in die Spur. Auch für ihn persönlich erfreulich, denn es war das Ende einer Torflaute für den Stürmer, der von der Verwirrung um eine vermeintliche Abseitsstellung eines Mitspielers profitierte. Auch Spielertrainer Karim Mahmoud hatte zuletzt nicht gerade durch Torgefahr geglänzt. Beim 2:0 (76.) war er aber nach einem Freistoß mit dem Kopf zur Stelle.

SGM Erlenbach/Binswangen − SGM Stein/Neuen./Kocher. 5:2

Die SGM Erlenbach/Binswangen legte in Obereisesheim vor rund 850 Zuschauern offensiv los. Bereits nach sechs Minuten hatte Stein Glück, dass ein Missverständnis zwischen einem Abwehrspieler und Keeper Pascal Seeber nicht mit dem 1:0 für die Sulmtäler bestraft wurde. In der 18. Minute war es ein Abschluss von Tim Reinthaler, den Martin Frisch für seinen bereits geschlagenen Keeper kurz vor der Linie klärte. Von Seiten der SGM Stein sorgten zwei Schüsse für Gefahr.

Nach 40 Minuten war es der eingewechselte Stefan Rüdele, der im Strafrafraum am Trikot des Erlenbachers Marcel Karle zog. Schiedsrichter Benjamin Schmidt zeigte sofort auf den Punkt. Den Elfmeter verwandelte Marcus Hillert. Vom Innenpfosten prallte der Ball ins Netz zum 1:0. Nach 53 Minuten folgte das 2:0. Einen Querpass von Reintaler drückte Lukas Häußer über die Linie. Dann schlug Stein zurück. In der 63. Minute stolperte Jonath Chandran den Ball über die Linie zum 1:2. Eine kurz ausgeführte Ecke leitete das 2:2 durch Markus Schmelcher ein. Alles war wieder offen − bis zur 82. Minute. Häußer legte an der Strafraumkante per Hacke auf Karle ab, der zum 3:2 abschloss. Manuel Keicher und nochmals Karle machten mit dem 5:2 alles klar.

"Wir waren in der ersten Halbzeit klar überlegen, haben aber nur ein Tor erzielt. Nach dem 2:0 haben wir mit der Angst des Siegers nachgelassen und wurden mit den Treffen zum Ausgleich bestraft", bilanzierte der Erlenbacher Abteilungsleiter Reiner Arpogaus. "Nun war die Angst da, auf die Verliererstraße zu geraten, da die Mannschaft schon am Samstag alles gegeben hatte. Doch der komplette Sturm hat danach super zusammengespielt und einen verdienten Sieg herausgeschossen."

Die Punktspiel-Saison 2018/2019 ist Geschichte. Bis zum 23. Juni werden in Entscheidungs- und Relegationsspielen nun noch die letzten freien Plätze von den A-Ligen bis zur Landesliga vergeben.

In den Halbfinal-Partien zur Bezirksliga diesen Mittwoch werden die Gegner für das Entscheidungs-Endspiel am Samstag ermittelt. Ab 18.30 Uhr stehen sich in Obereisesheim die Vizemeister SGM Erlenbach/Binswangen (A1) und SGM Stein/Neuenstadt/Kochertürn (A2) gegenüber. Auf dem Sportplatz in Meimsheim erwartet der TGV Dürrenzimmern als erster Nichtabsteiger der Bezirksliga den A3-Zweiten SC Böckingen.

Neuer Modus sorgt für mehr Fairness

Bis 2018 wurde der A-Liga-Qualifikant in zwei Spielen der drei Zweiten ermittelt, während der Bezirksligist pausierte. "Der neue Modus ist fair, bietet allen vier Vereinen die gleiche Chance", sagt Alexander Hügler, Abteilungsleiter des TGV Dürrenzimmern, der die Halbfinal-Zusammensetzung letztes Jahr ausloste, ohne damit zu rechnen, sportlich selbst involviert zu sein. Ein weiterer Vorteil: Die beteiligten Teams müssen nur eine Woche nachsitzen, statt wie früher 14 Tage.

Der Frust über den Abzug von drei Punkten, der letztlich die Meisterschaft kostete, ist beim A1-Vizemeister SGM Erlenbach/Binswangen dem Trotz gewichen, den Aufstieg nun über die Relegation zu schaffen. In einem dramatischen Saisonfinale hat die Mannschaft gegen den TSV Ellhofen am Samstag einen 0:3-Rückstand in einen 5:3-Sieg gedreht und damit noch Platz zwei gerettet.

Erlenbach mit ganz viel Selbstvertrauen

"Wir gehen moralisch gestärkt mit viel Selbstvertrauen in das Halbfinale gegen Stein", sagt der Erlenbacher Abteilungsleiter Reiner Arpogaus. "Für unseren Trainer Timo Weber ist es ein ganz besonderes Spiel. Er war sechs Jahre lang in Stein tätig." Arpogaus erwartet ein Spiel auf Augenhöhe. "Mit unserem Gesicht aus der ersten Halbzeit gegen Ellhofen brauchen wir gar nicht nach Obereisesheim fahren. Zeigen wir aber das Gesicht der zweiten Halbzeit, bin ich zuversichtlich."

Mit Platz zwei ist Jan Trabold zufrieden. "Alles was jetzt noch kommt ist ein Zuckerle", sagt der Abteilungsleiter der SGM Stein/Neuenstadt/Kochertürn. Auch für ihn ist es etwas besonderes, gegen den geschätzten Ex-Trainer, der in Stein erfolgreich gearbeitet hat, anzutreten. "Für 90 oder vielleicht auch 120 Minuten ruht aber die Freundschaft", sagt Trabold. "So ein Spiel ist von der Tagesform abhängig und eine Kopfsache. Ist man aber Vizemeister, will man aber auch aufsteigen."

SC Böckingen ist die erfolgreichste Rückrunden-Mannschaft der A3

Nach einer nicht optimal verlaufenen Hinrunde waren die Aufstiegshoffnungen des SC Böckingen fast schon geplatzt. Doch nach der Winterpause lief es beim SCB, der in der Kreisliga A3 die erfolgreichste Mannschaft der Rückrunde stellt. "Wir sind sehr gut drauf", sagt SCB-Sportkoordiantor Cengiz Aydügün. "Wir haben Dürrenzimmern beobachtet und kennen deren Spielsystem, aber die werden uns ebenfalls beobachtet haben. Es ist ein 50:50-Spiel, da braucht man auch das nötige Glück."

Dass die Böckinger noch Vizemeister wurden, ist auch zwei Erfolgsgaranten zu verdanken, dem Keeper Sven Stanschus sowie Fatih als 39-fachem Torschützen.

Eine "schwache" Rückrunde" bescheinigt Alexander Hügler seiner Mannschaft. Nur elf seiner insgesamt 34 Punkte hat das TGV-Team in der zweiten Saisonhälfte geholt. "Wir sind aber nie auf einem Abstiegsrang gestanden, müssen letztlich aber froh sein, den Relegationsplatz gerettet zu haben", sagt Hügler. Der TGV ist relegationserfahren, stand bis zurück in die Mitte der 90er Jahre fünf Mal in Entscheidungsspielen. Vergangenen Sommer war Dürrenzimmern über den da noch Drei-Spiele-Modus in die Bezirksliga aufgestiegen.

Auch Hügler sieht für das erste Entscheidungsspiel eine 50-Prozent-Siegchance, allerdings mit leichtem Vorteil für den SCB. "Auf dem Papier sind wir als Bezirksligist der Favorit", sagt Hügler, "doch wir haben nicht die breite Brust wie noch im vergangenen Jahr. Die hat jetzt der SC Böckingen."

Auf dem Weg in die Landesliga muss sich der Unterland-Bezirksliga-Vizemeister VfL Brackenheim in drei Begegnungen durchsetzen. Am Mittwochabend (18 Uhr) spielen die Zabergäuer in Ilsfeld gegen den Enz-Murr-Vertreter NK Croatia Bietigheim.

Zeitgleich treffen in Altenmünster der Tabellenzweite des Bezirks Hohenlohe, der TSV Obersontheim, und Rems-Murr-Vize TSV Nellmmersbach aufeinander. Die Sieger dieser beiden Partien ermitteln am Sonntag den Relegations-Teilnehmer zur Landesliga. Diese finale Partie gegen den TSV Schornbach, als ersten Nichtabsteiger der Landesliga, wird am 23. Juni ausgetragen.

Gegner ist keine unbekannte Größe

In diesem Jahrtausend hat es aus dem Unterland lediglich der SV Leingarten geschafft, als Bezirkliga-Vizemeister in die Landesliga aufzusteigen. Der VfL Brackenheim will nun der zweite Vereins sein, dem dies gelingt. Erstrundengegner Croatia Bietigheim ist für den VfL keine unbekannte Größe. "Ich kenne deren Trainer ganz gut", erzählt der Brackenheimer Coach Tom Irrgang von drei Testspielen gegen das Croatia-Team seit Sommer 2017. Die ersten beiden Duelle wurden 3:0 und 5:0 gewonnen. Im Februar dieses Jahres siegte Bietigheim 4:3.

Irrgang erwartet ein Spiel auf Augenhöhe

Dass es bei den Kroaten aktuell etwas rumort und wohl etliche Spieler den Verein verlassen werden, sieht Irrgang nicht als Vorteil. "Wer Fußball spielt, der will auch gewinnen, das wird ein Kampf auf Augenhöhe. " Doch Irrgang stellt auch klar: "Für meine junge Mannschaft ist dieses Spiel ein Bonus. Mit uns hat in dieser Saison niemand gerechnet. Wir haben daher keinen Druck. Verlieren wir, ist das kein Beinbruch und können stolz sein, auf das, was wir erreicht haben. Aufsteigen wollen wir dennoch."

Erst der Jubel, dann die Enttäuschung: Der SSV Gaisbach freute sich am Samstag erst über den 4:3-Sieg gegen den TSV Crailsheim, dann kam aber die Enttäuschung.

Da der TSV Pfedelbach in Schornbach nur 1:1 spielte, steigen die Gaisbacher wegen des schlechteren Torverhältnisses nach einem Jahr direkt wieder aus der Landesliga ab. Schornbach hat in der Relegation noch eine Chance, die Klasse zu halten. Die TSG Öhringen hat mit einem Punktgewinn beim 1:1 gegen den TV Pflugfelden ebenfalls eine weitere Landesliga-Saison vor sich.

Pfedelbach schafft es nicht, Schützenhilfe zu leisten

"Schade, dass wir das 2:1 nicht mehr gemacht haben. Es wäre uns bedeutend lieber gewesen, nächste Saison gegen Gaisbach als gegen Schornbach zu spielen. Ganz ehrlich, das ist doch bei denen kein Fußball, das ist eine andere Sportart", sagte Pfedelbachs Trainer Martin Wöhrle. "Da wird der Ball nur nach vorne gehauen."

Ein richtig gutes Landesliga-Spiel war dagegen auf dem Gaisbacher Ballenwasen zu sehen. "Das ist Fußball. Deshalb ist es so ein geiler Sport, weil immer alles passieren kann", meinte Crailsheims Trainer Michael Gebhardt. Seine Mannschaft verlor nach einer 3:1-Führung noch mit 3:4 und verpasste die Aufstiegsrelegation. Allerdings nicht wegen der Niederlage. Sondern weil Heimerdingen in Allmersbach mit 2:0 gewann und Rang zwei verteidigte. "Deshalb tut es auch nicht so sehr weh", sagte Gebhardt.

Enttäuschung sitzt bei Gaisbach tief

Da saß die Enttäuschung bei den Gaisbachern schon tiefer. "Schade, dass uns Pfedelbach keine Schützenhilfe leisten konnte", sagte Trainer Florian Megerle nach seiner letzten Partie. Er legt eine Pause ein. "Aber wir haben in den Wochen davor den Punkt liegen lassen. Heute bin ich aber stolz auf meine Mannschaft. Wir haben einen richtig guten Fußball gegen eine starke Mannschaft gespielt." So war es zu jeder Zeit eine Partie auf Augenhöhe.

"Wenn die Mannschaft so in der gesamten Rückrunde gespielt hätte und diese Moral gezeigt hätte, dann wäre der Abstieg zu vermeiden gewesen", sagte Gaisbachs Jonas Sterbenk. Nur zwölf Punkte holte der SSV in der Rückrunde - zu wenig, trotz der ordentlichen Vorrunde.

SSV wollte gegen Crailsheim unbedingt die letzte Chance nutzen

Gegen Crailsheim wollte das Team unbedingt die letzte Chance nutzen. Nach einer Abtastphase zu Beginn entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem Tamas Herbaly (22.) Crailsheim in Führung brachte und Daniel Stark nur eine Minute später den Ausgleich erzielte.

Nach etwas mehr als einer halben Stunde brachte Tim Messner die Gäste erneut in Führung. Zu diesem Zeitpunkt standen sie in der Aufstiegsrelegation, da Heimerdingen noch kein Tor erzielt hatte. Nach dem Seitenwechsel erhöhte Herbaly auf 3:1.

Doch die Gaisbacher resignierten nicht, spielten weiter mit. Als Pfedelbach in Schornbach der Ausgleich gelang und Pietro Palumbo (81.) der Anschlusstreffer, herrschte wieder Hoffnung auf die Relegation. Nur drei Minuten später glich Janik Koppenhöfer aus. Durch die späte Heimerdinger Führung in der 90. Minute gegen Allmersbach war für Crailsheim die Hoffnung auf Platz zwei erledigt. Mit dem letzten Angriff gelang David kalis noch der Gaisbacher Siegtreffer. Heimerdingen legte in der Nachspielzeit das 2:0 nach, nur Pfedelbach traf zum Pech der Gaisbacher in Schornbach nicht mehr.

Pfedelbach tut sich in Schornbach schwer

"Es ist dort auch echt schwer, etwas hinzubekommen", sagte Wöhrle. "Wir haben schon alles probiert. Es ging leider nicht mehr." Giacchino Colletti (37.) brachte Schornbach mit 1:0 in Führung, nachdem Michael Blondowski zuvor eine TSV-Großchance liegen ließ. In der zweiten Halbzeit glich Julian Krämer (72.) nach einem Eckball noch aus. "Danach gab es noch ein, zwei Chancen auf jeder Seite", sagte Wöhrle.

Durch das Unentschieden war auch der Öhringer Klassenerhalt klar.

Ein hartes Stück Arbeit für Öhringen

"Es war ein hartes Stück Arbeit", sagte Trainer Wolfgang Guja. "Pflugfelden wollte das letzte Heimspiel auf keinen Fall verlieren." Mit einem Sonntagsschuss von Enes Kalan (62.) gingen die Gastgeber in Führung. Alexander Overcenko (70.) glich aus. "In der zweiten Halbzeit waren wir auch gut im Spiel", sagte Guja. Overcenko hatte noch zwei gute Chancen auf das 2:1, ließ sie aber ungenutzt. "Wir sind alle glücklich", sagte Guja. Öhringen schließt die Saison als Elfter ab, Pfedelbach auf Rang neun.

SSV Gaisbach: Eberle, Schukraft, Fichte (66. Palumbo), Koppenhöfer, Stark, Sterbenk, Minder (77. Alankus), Ipek, Kalis, Stephan, Baur.

TSV Crailsheim: Weiß, Herbly, Krause (77. Krebs), Wolf, Fuchs, Hüttl, Messner, Munz (89. Saidy), Wagemann, Hertfelder (40. Wappler), Schwenker.

TSV Pfedelbach: Petrowski, Hütter, Gebert, Steigauf, Lück, Sergen Uzuner, Kaan Uzuner, Krämer, Cebulla, Blondowski, Schmidgall.

TSG Öhringen: Overkamp, Weyreter, Rup, Overcenko (87 Kasaj), Hofmann, Deibert, Scholta, Ceesay, Bäuerle, Della Rocca (78. Lauser), Schropp.

Für Christian Holz war es der perfekte Abschied. In seinem letzten Spiel als Trainer gewann seine SG Stebbach/Richen am Sonntag gegen den SV Rohrbach/S. II mit 5:1 und sicherte sich damit den Aufstieg in die Kreisklasse A. "Über die Relegation aufzusteigen, ist nicht zu toppen. Das ist das Spiel, bei dem es um alles geht. Es ist nochmal ein Sahnehäubchen oben drauf", sagte Holz.

Dabei fing die Partie nicht wunschgemäß an: Rohrbach/S. legte ein hohes Tempo an den Tag, verpasste nach Flanken gleich zweimal knapp. Für Holz war die Phase ausschlaggebend: "Es war wichtig, dass wir in dieser Nervositäts-Phase keinen Gegentreffer bekommen haben, denn wir waren am Anfang sehr wacklig."

Eine Ecke bringt die Führung

Danach bekam die SG das Spiel besser in Griff, wurde vorerst aber nur durch Distanzschüsse von Sergej Weerts (17., 30.) sowie Manuel Stoll (27.) gefährlich. Nach einem Eckball in der 35. Minute gelang der SG die Führung: Felix Ehehalt, der zunächst per Kopf an Torwart Diekmann scheiterte, drückte den Ball im Nachsetzen über die Linie.

Nach dem Rückstand wurden die Rohrbacher wieder aktiver, vergaben in Person von Felix Scholl aber gleich zwei gute Chancen (37. und 38.). Die SG bekam dagegen in der 42. Spielminute nach einem Laufduell um einen langen Ball einen Elfmeter zugesprochen.

Weerts blieb cool, verwandelte den Strafstoß zum 2:0. Die SG bekam Oberwasser und traf nur drei Minuten später durch B1-Torschützenkönig Manuel Stoll zur Vorentscheidung. "Das 3:0 hat richtig wehgetan, das war ein Brett. Da sind dann auch die Köpfe runtergegangen", stellte der Rohrbacher Trainer Sebastian Münch fest.

Die SG lässt nach der Pause nichts anbrennen

Zumal die SG in der zweiten Hälfte nichts anbrennen ließ. Das Team von Holz kam besser aus der Kabine und legte durch den eingewechselten Dustin Ziebell das 4:0 nach (52.). Das Spiel war entschieden, verlor an Qualität und wurde ruppiger. Die SG verwaltete das Ergebnis, blieb aber gefährlich. Folgerichtig erhöhte sie nach einem Freistoß durch Stoll auf 5:0 (71.).

Es war zugleich das vierte Tor nach einem ruhenden Ball. Das ärgerte Münch: "Die Standardsituationen waren ausschlaggebend. Da haben wir nicht konsequent verteidigt und haben dadurch vier Gegentore bekommen." Seine Mannschaft erzielte in der 76. Minute durch Daniel Barth den Ehrentreffer, es war gleichzeitig der 5:1-Endstand. "Wir haben unsere guten Außenbahnspieler zu wenig in Szene gesetzt. Das ist nur einmal gelungen und gleich fällt das Tor."

Fans und Team bilden eine Einheit

Ein Team! Ein Ziel! Aufstieg 2018/19 stand auf den Siegershirts der SG. Fans und Team bildeten eine Einheit, der Sportplatz war fest in Stebbacher Hand. Die Anhänger hatten ein Partymobil - gezogen von einem Traktor - aufgebaut: "Mit dem Truck fahren wir nachher zurück und feiern im Vereinsheim weiter", sagte Weerts. Auch eine Drohne stieg auf und hielt die Siegessause auf dem Sportplatz in Berwangen fest. "Die weiteren Feierlichkeiten will ich mir gar nicht vorstellen, ich kenne meine Spieler. Ich habe diverse Wechselklamotten dabei, aber die werden heute sicher nicht reichen", scherzte Christian Holz.

SV Rohrbach/S. II: Diekmann - Da Silva, Nerpel (57. Dewald), Haberland (80. Schüle) - Schinkmann, Scholl (69. Allgeier), Holzwarth, Hansel (52. Bauer), Barth, Abdulsalam - Albig

SG Stebbach/Richen: Fundis - Edwell, F. Ehehalt, Romano - Seimen (71. Mühling), J. Holaschke (52. Ziebell), Schwarz, Caparelli (46. M. Bender), P. Holaschke - Weerts (71. Korkmaz), M. Stoll

Tore: 0:1 (35.) F. Ehehalt, 0:2 (43.) Weerts/FE, 0:3 (45.) M. Stoll, 0:4 (53.) Ziebell, 0:5 (71.) M. Stoll, 1:5 (76.) Barth. Schiedsrichter: Ridvan Sevim. Zuschauer: 846

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