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Donnerstag, 23. Februar 2012

Abstiegskampf ohne Torjäger

Von unserem Redaktionsmitglied Gisbert Niederführ

Die SV Winnenden steht in der Fußball-Kreisliga A II auf einem Abstiegsplatz, und nun verliert sie auch noch ihre beiden besten Torschützen Fatmir Sylaj und Ercan Mehmeti. Die Winnender stehe mit dem Rücken zur Wand – wie schon im Vorjahr.


Abstiegskampf ohne Torjäger

Fußball-Kreisliga A II: Die SV Winnenden hat ihre besten Angreifer verloren

Damals sah die Lage allerdings noch hoffnungsloser aus. Die Winnender waren weit abgeschlagen Letzter, hatten gerade mal vier Pünktchen gesammelt. Dank einer guten Rückrunde reichte es noch zur Relegationsrunde, die die SVW gut überstand. Diesmal hat sie immerhin schon 13 Zähler gesammelt. Dennoch sagen die Trainer Patrick Lambor und René Walter: „Es wird es noch schwieriger werden.“ Warum?

Im Vorjahr war die Mannschaft mit einem Erfolgserlebnis in die Winterpause gegangen. 4:0 hatte sie den TSC Murrhardt besiegt. Ein Ruck sei durchs Team gegangen, sagen die Trainer. Zuversicht habe geherrscht.

Das ist diesmal anders, und dann muss auch noch der Abgang der besten Stürmer Fatmir Sylaj und Ercan Mehmeti verkraftet werden. Beide verließen Winnenden aus geografische Gründen. Sylaj wohnt in Winterbach und spielt künftig dort für den VfL, Mehmeti wohnt in Plüderhausen und schloss sich dem SVP an.

Zunächst habe es noch so ausgesehen, als verließe lediglich Sylaj den Verein. Lambor und Walter hatten mit Marcel Rademacher von der Spvgg Rommelshausen, Sascha Ricker, der nach einer Leisten-Operation zuletzt pausiert hatte, und Hristo Aklassis von Iraklis Waiblingen Spieler für die schwache Defensive geholt. Zudem kehrte Stürmer Franjo Peric vom TSV Schlechtbach zurück. „Damit wären wir sehr gut aufgestellt gewesen“, sagt Lambor. Nun aber müssen beide Sturmpositionen neu besetzt werden. Lediglich Platz eins ist bisher vergeben. Ihn übernimmt Serdar Kalyoncu, der als gelernter Stürmer bisher im zentralen defensiven Mittelfeld agierte.

So ergibt sich für die Trainer ein schon gewohntes Bild: Abstiegskampf. Dabei hatten sie sich das nach der hervorragenden Rückrunde ganz anders vorgestellt, „vor allem weil die Mannschaft immer mehr zusammengewachsen ist“ (Lambor). Sie habe auch, sagt Abteilungsleiter Alexander Jänel, zum Saisonauftakt gut gespielt, allerdings Pech in Form eines schweren Auftaktprogramms gehabt. „Einige Punkte haben wir aber auch leichtfertig verloren“, sagt Patrick Lambor und denkt an die Begegnungen mit Leutenbach (3:5) und Oberbrüden (4:4). Als sich das Team schließlich gefangen hatte und auf Platz acht geklettert war, kamen zum einen Verletzte und Rote Karten hinzu, zum anderen Selbstzufriedenheit und geringerer Trainingsfleiß beim einen oder anderen Spieler.

So hat die SV Winnenden zwar im Jahr 2011 so viele Punkte geholt, wie lange nicht mehr (38), und doch ist die Lage kritisch. Der Blick auf den ersten Gegner lässt da die Herzen auch nicht gerade höher schlagen. Nachbar FSV Weiler zum Stein wartet. Der steht nicht nur deutlich besser in der Tabelle, sondern nach dem 0:3 bei der TSG Backnang auch unter Druck.

Patrick Lambor erinnert daran, dass die SVW im Hinspiel (0:3) lange gut mitgehalten hatte, die entscheidenden Treffer erst in der Schlussphase fielen. Ihm stehen zum Auftakt alle Spieler zur Verfügung – bis auf einen: René Walter hat sich das Syndesmoseband angerissen und die gesamte Vorbereitung verpasst. Ob’s bis Sonntag reicht? „Das wird eng“, sagt Walter.

Und könnte damit auch den Rest der Saison gemeint haben.