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Mittwoch, 28. Juli 2010

Wie die zehn kleinen Negerlein

 

 

Wie die zehn kleinen Negerlein

Ein Handschlag, der begrüßt wird: Der VfB Eppingen und der FC Badenia St. Ilgen praktizierten am Sonntag das Shakehands vor dem Anpfiff.Foto: Eric Schmidt

 

Hoepfner-Cup - Da gab es nur noch einen: Den Fußball-Vereinen aus dem Kreis Sinsheim, die am vergangenen Wochenende im badischen Pokal am Start waren, erging es wie den "Zehn kleinen Negerlein" im Kinderlied. Einer nach dem anderen wurde aussortiert. Von den sieben Teams schaffte lediglich der VfB Eppingen den Sprung in die zweite Runde. Ein trauriges Bild.

"Ich war da schon etwas überrascht. Ich hätte gedacht, dass mehr Mannschaften weiter kommen, zumal es meist gegen gleichklassige Gegner ging", sagt Kreispokalspielleiter Berthold Graf. Der FC Zuzenhausen II patzte beim TSV Amicitia Viernheim (0:1) die SG Kirchardt sah beim FC Rot schwarz (0:4). Auch die SG Untergimpern (1:3 gegen SG Mauer) und der TSV Obergimpern (0:2 gegen SpVgg Baiertal) schieden aus.

"Bei Obergimpern hätte ich gedacht, dass sie was bewegen gegen Baiertal. Auch Untergimpern und Zuzenhausen hab" ich zugetraut, dass sie etwas reißen", erklärt Graf. Ob das Niveau im Kreis Sinsheim einfach schlechter ist als im Kreis Mannheim oder Heidelberg? Graf mag diese These nicht teilen: "Es hängt immer davon ab, wie die Mannschaften besetzt sind, wie viele Spieler im Sommer an Bord sind."

Der VfB Eppingen hat nun das Alleinstellungsmerkmal − was durchaus dem Selbstverständnis des Clubs entspricht. Geht es nach Werner Habiger, soll seine Mannschaft noch lange die Fahnen des Kraichgaus hochhalten. "Wir nehmen den Wettbewerb ernst. Im Pokal kann man Geschichte schreiben. Das wissen nicht nur wir vom VfB, das weiß auch die Spvgg Neckarelz", sagt der VfB-Coach und erinnert an die vergangene Saison. Als Hoepfner-Cup-Sieger bekam die Spvgg in der ersten Runde des DFB-Pokals den FC Bayern München zugelost. "Da kam richtig Geld in die Kasse. Dass die Spvgg Neckarelz jetzt in der Oberliga spielt, hat sie auch den Erfolgen im badischen Pokal zu verdanken", so Habiger.

"Da war"n sie alle futsch", heißt es in der letzten Strophe der "Zehn kleinen Negerlein". Nein, auch am Sonntag, wenn das Zweitrunden-Spiel beim FC Türkspor Mannheim steigt, will der VfB nicht k.o. gehen − und im Massengrab des Kraichgauer Pokalfriedhofs landen.

Shakehands Wer anständigen Fußball spielen will, sollte sich auch anständig benehmen: Das zumindest denkt der Badische Fußballverband. Mit Beginn der neuen Saison wird auf den Sportplätzen das Shakehands eingeführt. Vor und nach dem Spiel sollen sich die Kicker der beiden Mannschaften die Hand reichen.

In den Köpfen ist der Handschlag aber noch nicht so richtig drin. Beim Hoepfner-Cup-Spiel zwischen dem VfB Eppingen und dem FC St. Ilgen (2:0) herrschte nur vor dem Anpfiff Handbetrieb, nach dem Schlusspfiff wurde er vergessen. Und beim Eröffnungsspiel der Eppinger Stadtmeisterschaft am Montagabend zwischen dem TB Richen und dem SV Adelshofen fiel sowohl die gemeinsame Begrüßung als auch die gemeinsame Verabschiedung ins Wasser. "Da gab es nichts. Wahrscheinlich waren wir zu sehr mit dem Wetter beschäftigt", sagt SVA-Trainer Bodo Schlitzke, betont aber: "Wir werden ab sofort ein Auge darauf werfen. Das ist eine gute Sache." Schlitzke begrüßt vor allem das Händeschütteln nach dem Spiel: "Das gehört sich so. Nach dem Spiel sollte alles vergessen sein, auch ein Foul." Eric Schmidt


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