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Dienstag, 27. Juli 2010

"Mein Chef hat schon angefangen zu meckern"

 

 

"Mein Chef hat schon angefangen zu meckern"

 

Sahin Özel

Foto: Alex Bertok

 

 

Kirchardt, Lauda und wieder zurück: Sahin Özel hat mit seinem Zickzackkurs in der Sommerpause für mächtig Wirbel gesorgt. Am Samstag, bei der 0:4-Pokalniederlage gegen den FC Rot, bestritt der Torwart sein Comeback für den Fußball-Landesligisten SG Kirchardt. "Wir müssen uns noch steigern", sagt der 22-Jährige in einem Gespräch mit Eric Schmidt

Herr Özel, wie fanden Sie Ihr Comeback bei der SG Kirchardt?

Sahin Özel: Na ja, es war alles ein bisschen neu.

Neu? Sie waren doch nur ein paar Wochen weg.

Özel: Trotzdem sind einige neue Spieler gekommen, und das war unser erstes Spiel in der Vorbereitung. Man hat gesehen, dass sich die Mannschaft erst noch richtig kennen lernen muss. So stark war der FC Rot jetzt auch nicht. Mit der Mannschaft, die wir letztes Jahr hatten, hätten wir gewonnen.

Wie waren Sie mit Ihrer eigenen Leistung zufrieden?

Özel: Ich weiß nicht. Es waren ein paar komische Sachen dabei. Beim zweiten Tor wollte ich den Ball ins Aus lassen, ich hab" gedacht, der geht neben das Tor. Und dann hat der sich plötzlich komplett gedreht und ist rein. Blöd war auch, dass ich einen Elfmeter halte und dann im Nachschuss das 0:3 kassiere.

Alle wundern sich: Warum ist Sahin Özel wieder bei der SG Kirchardt? Erst vor wenigen Wochen waren Sie zum FV Lauda gewechselt.

Özel: Am Anfang war alles neu und schön. Und die Fahrt nach Lauda hat zunächst nicht so viele Probleme gemacht. Da hab" ich mich gefreut und gedacht: Jetzt fahr" ich mal paar hundert Kilometer und habe Spaß dabei. Nach zwei, drei Wochen geht es einem dann auf die Nerven. Du wirst müde und gehst kaputt. Und es ist nicht gut, kaputt ins Training zu kommen.

Wie viel Zeit hat die Fahrerei in Anspruch genomen?

Özel: Ich musste fast schon um halbfünf losfahren für ein Training, das um 19 Uhr beginnt. Um 23 Uhr war ich wieder zu Hause. Was mach" ich da erst im Winter, wenn Schnee liegt im Odenwald? Da geht"s um 16 Uhr los und du bist um 24 Uhr daheim. Das ist alles zu viel. Meinem Chef hat es auch nicht gefallen. Der hat schon angefangen zu meckern.

Hatten Sie Angst vor der Konkurrenz in Lauda?

Özel: Nein, Angst hatte ich nicht. Es gab Konkurrenz, klar. Nach der Winterpause wäre Julian Bach zurückgekommen, da wäre es richtig abgegangen. Aber in der Vorrunde hätte ich gespielt, das haben die Verantwortlichen auch gesagt. Ich wäre die klare Nummer eins gewesen. Letzlich hab" ich mich aber nicht richtig wohlgefühlt und konnte mich nicht reinfinden. Es war alles ein bisschen komisch, auch mit dem Trainer kam ich nicht so klar.

Und wie kam der Kontakt mit der SG Kirchardt wieder zustande?

Özel: Als ich das Torwarttrikot bei unserer Abteilungsleiterin, bei Anja Mathis, abgegeben habe. Da sind wir ins Gespräch gekommen.

Was glauben Sie: Schafft die SG den Klassenerhalt?

Özel: Das muss so sein. Ich hoffe, wir haben eine gute Vorbereitung, Vier Wochen haben wir noch. Ich denke, dass wir noch vier, fünf Neuzugänge verpflichten müssen, die auch ein bisschen kicken können.Wenn man nicht absteigen will, muss man sich umschauen.


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