Die Wasserfälle von Richen
Ganz schön stürmisch: Marian Wieser (links) trickst David Heupel vom SV Adelshofen aus. Am Ende hat der TB Richen mit 3:0 die Nase vorn.Fotos: Alexander Bertok
Fussball - Erich Schäfer hatte ein gutes Versteck. Wenn es zu arg wurde mit dem monsunartigen Regen, flüchtete der Linienrichter des SV Adelshofen unter eine der beiden Schwimmbad-Überdachungen, die ein Sponsor gestiftet hatte. Von dort aus, mit einer Plastiktüte auf dem Kopf und einer orangefarbenen Fahne in der Hand, winkte Schäfer bei Aus und Eckball. Es war besser, im Trockenen zu sein. "Ich bin komplett nass", stöhnte Schäfer.
Kaiserwetter für König Fußball? Das war einmal. Der Auftakt der 22. Eppinger Stadtmeisterschaft gestern Abend fiel buchstäblich ins Wasser. Nach dem Eröffnungsspiel, das Gastgeber TB Richen mit 3:0 (1:0) gegen den SV Adelshofen gewonnen hatte, brach Turnierchef Thorsten Hirzel den ersten Turniertag ab. "Was soll ich sonst tun? Wenn wir heute weitermachen, ist der Platz kaputt", erklärte Hirzel.
Pünktlich mit dem Anpfiff hatten sich dunkle Wolken über dem Sportgelände formiert. Die ließen wahre Wasserfälle ab. Innerhalb einer Stunde hatte sich der Rasen in ein sumpfiges Feuchtgebiet verwandelt, das eine Freude für jeden Aquajogger gewesen wäre − aber nicht für Fußballer.
Verständnis Trainer und Betreuer reagierten mit Verständnis auf die Absage. "Das ist in Ordnung so. Für den Platz und auch für die Spieler", sagte Werner Habiger, der Coach des VfB Eppingen. "Das ist höhere Gewalt. Da kann man nichts machen", erklärte Alexander Breunig vom FC Badenia Rohrbach, betonte aber: "Blöd ist es schon. Der Turnierplan wird jetzt über den Haufen geworfen." Heute, morgen und übermorgen werden vier statt drei Begegnugen ausgetragen, am Mittwoch und am Donnerstag ist bereits um 18 Uhr statt um 18.15 Uhr Anpfiff. Der FC Rohrbach darf am Donnerstag nun zwei Mal ran, der FV Elsenz bestreitet heute Abend auf eigenen Wunsch einen Doppelpack (siehe Turnierplan rechts).
Immerhin: Wenigstens das Eröffnungsspiel konnte gestern Abend über die Bühne gehen. Dabei passte sich der TB Richen nahtlos dem Wetter an: Er spielte wie aus einem Guss und kombinierte "flüssig". "Ich muss meiner Mannschaft ein dickes Lob aussprechen. Sie hat das richtig gut gemacht", sagte Spielertrainer Michael Dillmann.
Abdullah Özdemir hatte den Kreisligisten mit 1:0 in Führung gebracht (18.), nach der Pause erhöhte Marcus Frey mit einem energischen Solo auf 2:0. Für den Schlusspunkt zum 3:0 sorgte Andreas Bittner per Foulelfmeter. Die beste Möglichkeit des SV Adelshofen vergab Kai Müller, der mit einem Freistoß am glänzend reagierenden TB-Schlussmann Dennis Riedel scheiterte.
Umbruch "Man hat gesehen, dass bei uns im Vergleich zum Vorjahr acht Mann fehlen. Aber ich bin nicht böse. Wir sind noch in der Lernphase", sagte SVA-Coach Bodo Schliltzke und meinte: "Die Bedingungen waren irgendwann irregulär."
Klar, dass auch der TB Richen auf bessere Bedingungen hofft − und vor allem auf einen Aquastopp von oben. "Noch haben wir keine Not. Aber wenn es weiter so regnet, wird es eng mit dem Turnierplan", sagte Thorsten Hirzel.











