Montag, 26. Juli 2010

Der Schwabenstreich des VfB

Von Alexander Bertok

 

Der Schwabenstreich des VfB

1860 München spielte ein gutes Turnier und jubelte über Platz drei.

 

Fussball - Die zweite Auflage des U17-Sparkassen-Bundesliga-Cups in Wüstenrot stand der Premiere vor einem Jahr in Bretzfeld in nichts nach. Für den Titelverteidiger Eintracht Frankfurt, der als deutscher Meister angereist war, reichte es nur zu Platz fünf. Auf den Hessen-Coup folgte der Schwabenstreich. Der Nachwuchs des VfB Stuttgart setzte sich im Endspiel gegen das Kraichgau-Team von 1899 Hoffenheim mit 3:1 durch. Insgesamt haben an den beiden Tagen 2300 Zuschauer die Spiele verfolgt.

Letzter im Feld der acht teilnehmen Verein wurde der österreichische Gast von Austria Wien. Das Team spielte jedoch besser als es der Rang vermuten lässt. "Mit dieser Platzierung können wir natürlich nicht zufrieden sein", haderte Austria-Trainer Herbert Gager mit der schwachen Chancenverwertung seines Teams. "Aber ich denke, wir haben uns nicht schlecht verkauft." Das Spiel um Platz sieben wurde ebenfalls verloren. Der Hamburger SV setzte sich mit 2:0 durch.

Ex-Eppinger Der Karlsruher SC hatte den Wienern durch einen 1:0-Sieg im letzten Gruppenspiel den Einzug ins Halbfinale verbaut. Selbst endete der KSC auf Rang sechs. Deren Trainer Michael Streichsbier ist in der Region kein Unbekannter. "1999 war ich Trainer beim VfB Eppingen", erzählt der Bruder des Hoffenheimer U19-Trainers Guido Streichsbier. "Wir sind damals leider aus der Verbandsliga abgestiegen." Die im Halbfinale unterlegenen Teams von Borussia Mönchengladbach und 1860 München zeigten im Spiel um Platz drei eine flotte Darbietung, zumindest was die Löwen betrifft. Die Münchner ließen den Gladbachern, die erst zwei Tage zuvor in das Vorbereitungstraining eingestiegen waren, beim 3:0 keine Chance.

Verdienter Erfolg Xaver Zembrod erwies sich nach dem 1:3 im Finale als fairer Verlierer. "Wir haben gut angefangen und sind verdient mit 1:0 in Führung gegangen", bilanziert der 1899-Trainer, "in den letzten Minuten vor der Halbzeit haben wir dann den Faden verloren. Meine Mannschaft hat aber Moral gezeigt und nochmals alles versucht. Am Ende hat der VfB jedoch auch in der Höhe verdient gewonnen. Im Ganzen gesehen, haben wir uns hier aber richtig gut präsentiert."

Hoffenheim ging durch Yannick Thermann früh in Führung. Doch noch vor der Halbzeit − gespielt wurde zwei Mal zwanzig Minuten − drehte Timo Cecen mit einem Doppelschlag die Begegnung. In der 35. Minute machte Mattia Maggio mit dem 3:1 alles klar.

Marc Kienle, Cheftrainer der U17 des Turniersiegers VfB Stuttgart, will den Erfolg nicht zu hoch bewerten. "Das ist nur eine Momentaufnahme, für den Ligaspielbetrieb hat das keine Aussagekraft. Die Leistungen sind nicht richtungsweisend, man kann jedoch darauf aufbauen. Aber in den Kreis der Teams, die im obereren Bereich mitspielen, gehören wir hinein." Ein großes Lob verteilt Kienle an den Veranstalter: "Eine tolle Kulisse, ein tolles Turnier." − Der VfB kommt wieder.

Der Schwabenstreich des VfB

Im zweiten Anlauf hat es die U17-Bundesliga-Mannschaft des VfB Stuttgart geschafft. Nach Platz drei im Vorjahr holten sich die Schwaben den Turniersieg. Bis zum nächsten Jahr, dann wieder in Bretzfeld, bleibt der Pokal in der Landeshauptstadt.

 

Der Schwabenstreich des VfB

Der Karlsruher SC (blaues Trikot) besiegte im letzten Gruppenspiel Austria Wien und verhinderte so dessen Einzug in das Halbfinale.Fotos: Alexander Bertok


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